Die Zonierung des westlichen Mittelmeers und ihre Bedeutung für den Ökosystem- und Biodiversitätsschutz durch Meeresschutzgebiete

The Mediterranean Sea is a recognised hotspot of marine biodiversity. Its protection and restoration, including that of its stocks of wild fish, shellfish and mollusca, is urgently needed. With the declaration by France and Italy of ecological protection zones in the western Mediterranean Sea, the zonation of the basin became even more fragmented and unclear than it had previously been. This calls into question whether these zones are suited to their task and their compatibility with the United Nations Convention on the Law of the Sea (UNCLOS). The paper is split into two parts. In the first part the interplay of UNCLOS with the regional Barcelona Convention system is discussed. Against this background, the establishment of marine protected areas (MPAs) and their legal effect is described. The authors examine thoroughly the establishment of MPAs. The second part of the contribution, dealing with the legal regime of the exclusive economic zone, will be published in the next volume of EurUP.

Bevor die Wirkung von Meereszonen auf die Ausweisung mariner Schutzgebiete näher betrachtet werden kann, bedarf es eines Überblickes über Sinn und Zweck und über die Eigenart dieser Schutzgebiete. Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas, MPAs) können definiert werden als „solche für die Meeresregion repräsentativen marinen Gebiete, deren Ökosysteme und biologische Komponenten wegen ihrer Vielfalt, Seltenheit und/oder Empfindlichkeit mittels der erforderlichen Maßnahmen und Programme gegen auf nachteilige Auswirkungen menschlicher Aktivitäten zurückzuführende Schäden und Verschlechterungen geschützt bzw., wenn nachteilige Auswirkungen bereits eingetreten sind, wiederhergestellt werden müssen.“ Diese ansatzweise regionalbezogene Definition ergibt sich aus einer Gesamtschau der Art. 6 lit. a) Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, CBD), Art. 194 Abs. 5 SRÜ und Art. 4 des „Protocol concerning specially protected Areas and biological Diversity in the Mediterranean“ (üblicherweise wird die Kurzform „SPA and Biodiversity Protocol“ verwendet) der Barcelona-Konvention. Allerdings müssen nicht alle Definitionselemente stets kumulativ vorliegen. Die folgende Untersuchung wird sich an dieser Definition orientieren. Nach neueren Erkenntnissen eines „Ecosystem Approach“ müssten wohl zu den wichtigen biologischen Komponenten die „Umweltingenieure“ oder „Habitat builders“ gezählt werden, deren Schutz auch dann erforderlich ist, wenn sie nicht zu den seltenen, gefährdeten oder empfindlichen Arten zählen. Sie konstituieren die Ökosysteme in ihrer regionalen Ausprägung und Vielfalt. Bei der Einrichtung von Meeresschutzgebieten kommt es ferner auf ihre ökologisch „richtige“ Vernetzung entscheidend an. Zu beachten ist auch ihre Dreidimensionalität.
 



Copyright: © Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Quelle: EurUp 05/2012 (Oktober 2012)
Seiten: 14
Preis: € 25,00
Autor: Prof. Dr. Detlef Czybulka
Daniel Braun

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