Urban Mining, Ökobilanz von Recycling Baustoffen

Die Verknappung von Ressourcen hat im 21. Jahrhundert globale Ausmasse angenommen und betrifft auch die mineralischen Baustoffe in dicht besiedelten Ländern. Neben der Verknappung der Ressourcen ist noch vielmehr eine Verknappung der Senken für Abfallstoffe feststellbar.
Die logische Konsequenz aus der Verknappung von Ressourcen und Senken ist das Rezyklie-ren von Rohstoffen am Ende des Produkte-Lebens-Zyklus (life-cycle). Diese ökologische Leis-tung kann durch eine Produkte-Ökobilanz dargestellt und bewertet werden. Diese Bewertung ist eine wichtige Kundeninformation. Sie kann auch bei der Berechnung der Unternehmens-Ökobilanz herangezogen werden.

Am sfb Bildungszentrum für Technologie und Management wurde im Herbst 2011 eine Fallstudie durchgeführt, die die Umweltbelastung der Herstellung von Beton aus Recycling Baustoffen der Herstellung aus Primärmaterialien gegenüberstellt. Die Umweltbelastung der beiden Herstellverfahren wurde durch eine Produkte Ökobilanz (life-cycle-analysis) verglichen. Die an der ETH-Zürich im Auftrag des Bundesamtes für Umweltschutz entwickelte Methode der knappen Ressourcen nach Umweltbelastungspunkten, UBP, kam hierbei zum Einsatz. Es zeigte sich, dass bei ähnlichen Rezepturen mit gleich hohem Zementanteil die Umweltbelastung bei der Herstellung von Recycling-Beton nur halb so hoch ist wie die Umweltbelastung, die bei der Verwendung von Primärmaterialien entsteht. Zu der guten Bilanz des Recycling-Baustoffs trägt auch der wieder gewonnene Anteil von Bewehrungsstahl bei. Auch sind die Transportwege bei der Herstellung von Recycling Baustoffen kleiner, da die zurückgebauten Baustoffe stadtnah rezykliert und wieder eingebaut werden können. Pro Kubikmeter Recycling-Beton können 103.000 UBPs eingespart werden, was einem CO2-Äquivalentvon 330 kg entspricht.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Dipl.-Ing., BBA Wolfgang Neumann
Eidgenössisch diplomierter Systemtechniker für Energie und Umwelt Max Götze

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