Das „Mülheimer Tarifsystem“ – Einführung des Systempreises und Preiskommunikation in der Wasserwirtschaft

Die Vorhaltung und der Betrieb eines Wasserversorgungssystems verursachen Kosten. Diese Systemkosten müssen angemessen auf die Nutzer umgelegt werden. Benötigt wird daher ein Tarifsystem, das trotz Bevölkerungsrückgang und geringerer Wassernachfrage die Qualität der Versorgungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig zur Preisstabilisierung beiträgt.

Viele Wasserversorgungsunternehmen bewegen sich mittlerweile auf Tarifumstellungen zu, wobei der Trend eindeutig hin zu höheren Grundpreisanteilen geht. Sollen Kostendeckungslücken oder Preissteigerungsspiralen verhindert werden, führt bei anhaltend rückläufiger Nachfrage kaum ein Weg an der Einführung eines Systempreises vorbei. Bestätigt wird diese Erwartung auch durch eine Umfrage von RWW anlässlich des Mülheimer Wassertages im September 2012. Beachtliche 64 Prozent der Experten aus Stadtwerken und Wasserversorgungsunternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet gaben an, ihr Tarifsystem kurz- bis mittelfristig entsprechend umstellen zu müssen. Hauptgründe: sinkende Nachfrage und demografischer Wandel.
Das „Mülheimer Tarifsystem“ stellt eine gute Möglichkeit dar, auch in Zukunft eine ständige Verfügbarkeit von Trinkwasser in bester Qualität zu fairen Preisen garantieren zu können. Entsprechend hoch ist das fachliche Interesse an den bislang bei der RWW gemachten Erfahrungen. RWW berät daher nun auch andere Versorger bei der Einführung neuer Tarifsysteme. Neben konkreten Nachfragen von Wasserversorgungsunternehmen und Stadtwerken aus dem gesamten Bundesgebiet ist mittlerweile sogar eine Anfrage aus der Abfallwirtschaft eingegangen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 12 - 2012 (Dezember 2012)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Siegfried Gendries

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