Auslegung von Abwasserhebeanlagen

Allen Fachleuten ist bekannt, dass auch korrekt ausgelegte, offentliche Kanalisationen planmasig bis zur Strasendecke, exakt gesprochen bis zur Ruckstauebene, volllaufen und zu Ruckstau fuhren konnen. Leider ist dies Hausbesitzern nicht bekannt, und die notwendigen Installationen der zur Ruckstausicherung erforderlichen Gerate unterbleibt – oder zumindest wird deren Wartung nicht so sorgfaltig durchgefuhrt, wie es sein sollte, damit sie im Fall der Falle auch wirklich funktionieren.

 Der Stand der Technik und der Auslegung wird in diesem Artikel unter Bezug auf die bestehenden Normen erlautert. Die derzeit angestrebten Uberarbeitungen und deren Auswirkungen werden skizziert. 1. Rückstau und Rückstauebene Es gibt verschiedene Methoden fur Ruckstausicherung, die sicherlich zuverlassigste und sicherste stellt die hier behandelte Abwasserhebeanlage mit Ruckstauschleife dar (Bild 1), bei der das Abwasser, auch wenn normalerweise ein freies Gefalle von den Raumen unterhalb der Ruckstauebene vorhanden ist, immer uber die Ruckstauebene gepumpt wird, bevor es in den Kanal lauft. In Bild 1 ist die Strasendecke als Ruckstauebene markiert, wie es wohl meistens der Fall sein wird. Die ortlichen Gegebenheiten konnen aber im Einzelfall ganz erheblich abweichen, Hausbesitzer und Planer mussen sich daher bei der Kommune bzw. Stadt- oder Ortsverwaltung uber die tatsachlichen Gegebenheiten informieren. Zum Beispiel bei besonders starken Gewitterregen entspricht es den Regeln der Technik, dass die kommunale Kanalisation nicht sofort in der Lage ist, das Wasser wegzutransportieren, weshalb der Regen mehr oder weniger hoch auf der Strase steht. Oft passieren dann sogar so spektakulare Dinge, wie dass die Kanaldeckel hochgeschleudert werden, und das Betreten der Strase wegen der offenen Gullydeckel lebensgefahrlich wird.


Autor:
o. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Helmut Jaberg



Copyright: © Vulkan-Verlag GmbH
Quelle: GWF 04/2012 (April 2012)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 8,00
Autor:

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Aufbereitetes Abwasser - Eine Alternative fuer kommunale Anwendungen?
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
In Bad Oeynhausen verschärfen Dürreperioden Nutzungskonflikte um Trinkwasser. Eine Lösung bietet die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser als alternative Wasserquelle. Das Forschungsprojekt „DigiWaVe“ bereitet die Grünflächenbewässerung mit digitaler, KI-gestützter Steuerung vor. Geplant ist eine Brauchwasserleitung ins Stadtzentrum. Da rechtliche Anforderungen für Bau und Betrieb noch ungeklärt sind, soll ein Austausch aller Akteure Risiken minimieren und die Akzeptanz fördern. In Bad Oeynhausen findet dieser Prozess bereits statt.

Wanderwege und Abstieg - Interpretation der Untersuchungsergebnisse aus dem Workshop 2025 aus Sicht eines Wasserkraftbetreibers
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2025)
Im Rahmen der Veranstaltung „Ökologie und Wasserkraft“ 2025 der Wasserkraftbetreiber im Donaueinzugsgebiet wurden die Grenzen des technisch Machbaren, aber auch die offenen Fragen zum technischen Fischschutz und Fischabstieg an der Anlage selbst diskutiert. Bei den gewählten Ansätzen zum Erhalt gefährdeter Fischpopulationen, dem Populationsansatz, war wesentlich, sich dem Themenkomplex in einer naturwissenschaftlichen Weise zu nähern.

Wenn jeder Tropfen zählt - Singapur – globales Zentrum für nachhaltiges Wasser-Management
© Deutscher Fachverlag (DFV) (7/2007)
Mangels eigener Quellen setzt Singapur auf eine viergleisige Strategie, in deren Mittelpunkt die Schließung des Wasserkreislaufs steht. Im Zuge der Umsetzung entwickelt sich der asiatische Tigerstaat zum internationalen Zentrum für nachhaltige Wasser-Technologien.

Autonomous Vehicles in der Hydrometrie - Ein Erfahrungsbericht
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2023)
Verlässliche hydrometrische Messungen bilden in der Regel die Grundvoraussetzung für wasserwirtschaftliche sowie wasserbauliche Bemessungsaufgaben und dienen außerdem der Beurteilung ökologischer Entwicklungen. Je umfangreicher und verlässlicher ein erhobener Datensatz ist, desto präziser und ressourcenschonender können Bemessungswerte ermittelt und Bewirtschaftungsregeln erstellt werden. Morgenschweis weist darauf hin, dass es für eine zukunftsweisende Wasserbewirtschaftung unerlässlich ist, über möglichst zuverlässige Datensätze zu verfügen.

Optische Methoden ermöglichen neuen Blaualgen-Schnelltest
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2021)
Verfärbt sich im Sommer das Wasser in Badeseen und Teichen grün, dann handelt es sich dabei oft um Blaualgen. Diese können für Mensch und Tier gefährliche Gifte in sich tragen, so dass immer wieder Gewässer von den Behörden schon vorsorglich gesperrt werden müssen. Ein Physiker- und Physikerinnenteam arbeitet an der Leibniz Universität Hannover an einem Schnelltest, um die giftigen Blaualgen schon vor Ort sicher von den harmlosen zu unterscheiden. Damit können die Kosten für Wasseruntersuchungen gesenkt und unnötige Gewässersperrungen vermieden werden.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?