Siloxane in mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen - Ein Überblick

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Siliziumdioxid aus Siliziumorganischen Verbindungen in der Abfallwirtschaft – Herkunft, Entstehung und Beseitigung“ wurden an verschiedenen mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen Untersuchungen durchgeführt. Im folgenden Beitrag werden das Auftreten und Verhalten sowie die Freisetzung und Verteilung der Siloxane in MBA-Abluftströmen charakterisiert. Das Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2007-2013 und mit Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert. Projektpartner waren die Technische Universität Dresden, Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten, die MATTERSTEIG & CO. INGENIEURGESELLSCHAFT mbH (Messstelle nach § 26 BImSchG) und die BioSal Anlagenbau GmbH.

1 Einleitung
In Deutschland wurden im Jahr 2007 ca. 7,2 Mio. Mg Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle sowie Sperrmüll in mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA), mechanisch-biologischen Stabilisierungsanlagen (MBS), mechanischphysikalischen Stabilisierungsanlagen (MPS) oder rein mechanischen Abfallbehandlungsanlagen (MA) behandelt [Hoffmann et al., 2010]. Um eine sichere Einhaltung der Emissionsgrenzwerte nach der 30. BImSchV zu gewährleisten, wird an den meisten Anlagen die regenerativ-thermische Oxidation (RTO) eingesetzt. Im Hinblick auf die Wärmerückgewinnung schien die RTO eine geeignete Lösung zu sein, da durch eine sehr energiesparende Fahrweise ein minimaler Verbrauch an zusätzlichen fossilen Brennstoffen ermöglicht wird. Nach Inbetriebnahme der MBA kam es bereits nach kurzen Betriebszeiten der RTO zu erheblichen Problemen durch Siliziumdioxidablagerungen. Siliziumorganische Verbindungen werden beim mechanisch-biologischen und mechanisch-physikalischen Abfallbehandlungsprozess in die Gasphase freigesetzt, gelangen in die RTO und verbrennen dort zu amorphem Siliziumdioxid (SiO2). Das SiO2 lagert sich in und an den Wärmetauschermassen der RTO ab und schränkt somit deren Funktionsfähigkeit hinsichtlich Durchströmbarkeit und Wärmeübergang ein.



Copyright: © Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft - TU Dresden
Quelle: SILOXANE - Siliziumorganische Verbindungen in der Abfallwirtschaft (September 2011)
Seiten: 10
Preis: € 5,00
Autor: Dr.-Ing. Stephan Mattersteig
Dipl.-Ing. Lilly Brunn
Dr. rer. nat. Matthias Friese
Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bernd Bilitewski

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Erkenntnisse aus der Anwendung von Gas-Push-Pull-Tests zur Messung der Methanoxidation in Deponieabdeckschichten
© Wasteconsult international (12/2010)
Im Rahmen des BMBF-Verbundvorhabens MiMethox wurden Gas-Push-Pull-Tests im Rahmen einer intensiven Feldkampagne an fünf Altstandorten eingesetzt, um den Einfluss verschiedener Bodeneigenschaften und Umgebungsparameter auf die Methanoxidation zu untersuchen. Es werden die Möglichkeiten und Grenzen der Methode diskutiert und über die bisherigen Erkenntnisse bezüglich der Einflussfaktoren auf die biologische Methanoxidation berichtet.

Methanoxidation in Deponieabdeckschichten: Einfluss von Bodeneigenschaften und Bodengaszusammensetzung
© Wasteconsult international (12/2010)
Für den Bau von Deponie-Abdeckschichten, die biologische Methanoxidation ermöglichen (engl. biocover) und damit Emissionen des klimarelevanten Gases Methan vermindern, ist es notwendig, die Einflussfaktoren auf das Gasvorkommen und die Methanoxidation zu verstehen. Ziel der Untersuchung war die Klärung der Zusammenhänge zwischen Gasvorkommen, Bodeneigenschaften und der Methanoxidationskapazität einer Altdeponie-Abdeckschicht. Für die Kartierung der Bodeneigenschaften, der Gaskonzentration und der Methanoxidationskapazität, wurden in einem Raster von 20 m Gitterweite insgesamt 40 Punkte beprobt.

Bemessung von mineralischen Dichtungsschichten aus hydromechanischer Sicht
© Wasteconsult international (12/2008)
Auf der Deponie Rothenbach (NRW) wurde ein Testfeld zur Untersuchung einer mineralischen Dichtung aus Trisoplast aufgebaut. Im Zeitraum vom 09.08.2001 bis 18.10.2005 wurden u. a. zeitlich hochauflösend in einem Teilfeld die Wasserdruckhöhen (hp) in allen wasserhaushaltlich relevanten Schichten des Dichtungssystems gemessen.

Angepasste Deponieentgasung an veränderte betriebliche Bedingungen
© Universität Stuttgart - ISWA (5/2015)
Die meisten heutigen Deponieentgasungsanlagen dürften aus den Jahren ab 1985 bis 1995 stammen, sind also heute ca. 20 bis 30 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich nicht nur die Intensität der Gasbildung verändert, sondern auch die Deponietechnik und die Anlage selbst.

MBT Ljubljana: In Slovenia arises one of the largest and most modern plants in Europe
© Wasteconsult international (5/2015)
The new MBT in Slovenia’s capital gets ready to become one of the largest and most modern waste treatment plants in Europe. It will produce biogas, recover heat and power as well as SRF and other recyclable products while avoiding landfilling. The new facility is implemented into the existing waste management centre of Ljubljana.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

SCHNELL Motoren AG
Erneuerbaren Energien gehört die
Zukunft: Blockheizkraftwerke
für Energie aus Biomasse