HTC-BIOKOHLE AUS ORGANISCHEN ABFÄLLEN

Die meisten organischen Abfälle sind gut hydrothermal carbonisierbar. Insbesondere Abfälle und landwirtschaftliche Reststoffe mit einem hohen Wassergehalt bieten sich für die Konversion mittels der HTC an. Die HTC-Biokohlen sind hinsichtlich ihrer Elementgehalte und Brennwerte braunkohleartig und können deshalb energetisch genutzt werden. Ein besonderer Vorteil der HTC besteht dabei in der guten Entwässerbarkeit der HTC-Biokohlen.

Von dem Fachgebiet „Abfallwirtschaft und Deponietechnik“ am Standort Höxter der Hochschule Ostwestfalen-Lippe wurde die Idee der Hydrothermalen Carbonisierung Mitte des Jahres 2006 nach Presseberichten über dieses Verfahren aufgegriffen. Von Juli 2007 bis Juni 2009 wurde ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziertes Projekt durchgeführt, das den Titel trägt: Machbarkeitsstudie zur Energiegewinnung aus organischen Siedlungsabfällen durch Hydrothermale Carbonisierung. Der Einsatz der Hydrothermalen Carbonisierung bei der energetischen Verwertung von Bioabfällen wurde in vier miteinander verbundenen Aufgabenblöcken untersucht, um einerseits zu klären, ob die Anwendung des Verfahrens bei organischen Siedlungsabfällen energetisch und wirtschaftlich interessant ist, und anderseits die Voraussetzungen für eine Umsetzung in den technischen Maßstab zu schaffen. Den Schwerpunkt des Projekts bildeten die Versuche zur Hydrothermalen Carbonisierung einschließlich der Untersuchungen der Input- und Output-Materialien, die im Labor für Abfallwirtschaft des Fachgebiets durchgeführt wurden. Die Untersuchungen dienten sowohl der Charakterisierung der HTC-Biokohlen als auch der Beschreibung des HTC-Prozesses. Eine Übersicht über diese Arbeiten zur HTC geben Ramke et al. (2009), der Abschlussbericht ist im Jahre 2010 erschienen (Ramke et al. 2010). Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurde im Rahmen eines BMBF-Projekts ein quasi-kontinuierlicher Reaktor im halbtechnischen Maßstab entwickelt, mit dem Energiebilanzen des HTC-Prozesses erstellt werden sollen.



Copyright: © ANS e.V. HAWK
Quelle: 72. Symposium 2011 (Oktober 2011)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Professor Dr.-Ing. Hans-Günter Ramke

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