GROSSTECHNISCHE ERZEUGUNG UND NUTZUNG VON TERRA PRETA

Seit September 2010 wird in Rheinland-Pfalz großtechnisch die Palaterra (Pfälzer- Erde) nach dem Vorbild der Terra Preta do indio mit Erfolg hergestellt. Es lassen sich ähnlich wie bei der Kompostierung eine Vielzahl von kommunalen, land- und forstwirtschaftlichen Abfällen und Reststoffe für die Herstellung verwenden. Die Firma Palaterra hat ein eingehaustes geschlossenes Boxenmietensystem entwickelt, dass ganzjährig in einem mehrstufigen Verfahren mit milchsaurer Fermentation und Intensivrotte die Palaterra herstellt. Je nach Verwendungszweck stellt die Firma Palaterra vier verschiedene Produkte (Kultursubstrat, Bodenverbesserungsmittel, organischer Dünger oder Fermentationsstarter) ohne die Verwendung von Torf her.

Die Herausforderungen für die Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft werden immer größer. Zunehmender Bodendegradation, Klimawandel und Bevölkerungswachstum kann man nur begegnen, indem man die Bodenfruchtbarkeit durch die Erhöhung des Humusgehaltes und Nährstoffgehaltes verbessert. Die anthropogene Terra Preta (auch Terra Preta do Indio, portugiesisch „Schwarze Erde“ genannt) zeigt, dass es für diese Probleme eine geniale Lösungsmöglichkeit gibt. Ein Forscherteam aus Brandenburg und Rheinland-Pfalz arbeitet seit 2005 daran, eine Schwarzerde nach dem Vorbild der Terra Preta mit den heutigen Rest- und Abfallstoffen unter mitteleuropäischen Klima- und Anbaubedingungen zu entwickeln und herzustellen. Eine Schlüsselfunktion hat dabei die Pflanzenkohle (Holzkohle, Biochar), die möglichst regional und schadstofffrei aus Rest- oder Abfallstoffen unter Nutzung der Prozesswärme erzeugt wird.



Copyright: © ANS e.V. HAWK
Quelle: 72. Symposium 2011 (Oktober 2011)
Seiten: 5
Preis: € 2,50
Autor: Alfons-E. Krieger
Joachim Böttcher
Dr. Markus Dotterweich

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