Trends der Mitverbrennung

Derzeit werden in zehn Kohlekraftwerken in Deutschland Ersatzbrennstoffe aus gemischten Siedlungsabfällen (EBS-S) und/oder produktionsspezifischen Gewerbeabfällen (EBS-P) im Dauerbetrieb mitverbrannt. An weiteren Standorten wurden Versuche unterschiedlicher Dauer durchgeführt. Insgesamt wurden im Jahr 2010 etwa 800.000 Tonnen EBS-S/EBS-P eingesetzt. Davon entfielen etwa 78 Prozent auf Braunkohlekraftwerke und etwa 22 Prozent auf Steinkohlekraftwerke. Nach den Einsatzplanungen der Betreiber ist für die kommenden Jahre bis 2014 mit leicht rückläufigen Mitverbrennungsmengen zwischen etwa 750.000 und 770.000 Tonnen pro Jahr zu rechnen.

Wie die Betriebserfahrungen der zurückliegenden Jahre gezeigt haben, gibt es zwei verfahrenstechnische Schlüsselfaktoren, an denen sich der betriebstechnische Erfolg oder Misserfolg eines Mitverbrennungsprojekts grundsätzlich entscheidet: die Feuerungstechnik und die Korrosion. Die Bedeutung des Energie- und Brennstoffmarkts nimmt weiter zu. Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Mitverbrennungsaktivitäten haben, insbesondere für Steinkohlekraftwerke zur öffentlichen Stromversorgung, die zum Teil gravierenden Änderungen des Einsatzregimes von Kohlekraftwerken infolge der steigenden Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien. In mehreren Steinkohleblöcken musste der Ersatzbrennstoffeinsatz infolgedessen deutlich  eingeschränkt oder vollständig eingestellt werden. Bedeutende marktbezogene Einflussfaktoren sind zudem die Preisentwicklungen bei den CO2-Zertifikaten, den Ersatzbrennstoffen sowie den Importkohlen. Neben dem Einsatz von Ersatzbrennstoffen mit biogenen Anteilen steigt der Stellenwert der Mitverbrennung rein regenerativer Biobrennstoffe in Kohlefeuerungen.



Copyright: © Rhombos-Verlag
Quelle: Ausgabe 02 / 2011 (Juli 2011)
Seiten: 10
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr.-Ing. Stephanie Thiel

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