Verkehrssicherungspflichten und Betreiberhaftung an Talsperren des Ruhrverbandes

Die Talsperren des Ruhrverbandes (RV) dienen auch der Freizeit und Erholungsnutzung. Wassergebundene Sportarten, Radfahren auf den Betriebswegen, Besichtigungsangebote sind einige der vielfältigen Möglichkeiten. Ist die Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht unter normalen Umständen eine ständige, anspruchsvolle Aufgabe, erweitert sie sich mit dem Maß der Nutzung. Der Inhalt der Verkehrssicherungspflicht ist nicht gesetzlich geregelt. Er entwickelt sich vielmehr durch die Rechtsprechung.

Verkehrssicherungspflicht ist die Pflicht, Dritte vor Schäden zu schützen, die diese durch die Schaffung oder das Andauernlassen einer Gefahrenlage erleiden können. Sie trifft denjenigen, in dessen Verantwortungsbereich die Gefahrenquelle liegt. Die Gefahrenquelle kann eine Sache (z. B. eine technische Anlage), eine Tätigkeit (z. B. Öffnen eines Absperrventils) oder auch lediglich die Zulassung der Nutzung eines Grundstücks sein. Wer durch die schuldhafte Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht geschädigt wird, kann den Schädiger gem. § 823 BGB (bei privatrechtlichem Handeln) bzw. § 839 BGB i. V. m. Art. 34 GG (beim Handeln in Ausübung hoheitlicher Gewalt) auf Schadensersatz in Anspruch nehmen. Anknüpfungspunkt der Schadensersatzpflicht ist ein Unterlassen, nicht ein aktives Handeln.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 04 / 2010 (April 2010)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Peter Klein
Ass. jur. Britta Leue
Dipl.-Ing. Antje Nielinger

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Aktives Flächenmanagement zur Vorbereitung von Fließgewässerrenaturierung
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2020)
Maßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern benötigen Flächen, die im Regelfall Nutzungen zugeführt sind. Vorausschauendes Flächenmanagement sowie Kooperation und partizipatives Vorgehen sind hier notwendig, um die Belange der Grundstückseigentümer aufgreifen zu können und die benötigten Flächen verfügbar zu machen. Am Beispiel vom Vorpommern wird dieses prospektive und stategische Flächenmanagement vorgestellt.

Die neuen Umweltqualitätsnormen nach dem Vorschlag der Kommission für eine Richtlinie zur Änderung der Richtlinien 2000/60/EG und 2008/105/EG in Bezug auf prioritäre Stoffe im Bereich der Wasserpolitik
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (3/2013)
Zu den vordringlichen Zielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie1 (WRRL) gehört das Erreichen eines guten chemischen und ökologischen Zustands von Oberflächengewässern und Grundwasserkörpern. Die Richtlinie wird von den Mitgliedstaaten auf der Ebene der Flussgebietseinheiten umgesetzt. Dazu waren die Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2009 Bewirtschaftungspläne für ihre Einzugsgebiete sowie Maßnahmenprogramme für jede Gebietseinheit zu verabschieden. Die Vorgaben der WRRL wurden in Deutschland legislativ durch die Siebte Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz und durch Änderung der Landeswassergesetze umgesetzt. Um das Ziel eines guten chemischen Zustands zu erreichen, müssen Wasserkörper die Umweltqualitätsnormen2 (UQN) einhalten, die auf EU-Ebene als sog. prioritäre und prioritär gefährliche Stoffe festgelegt worden sind3.

Genau gemessen und trotzdem falsch – Qualitätssicherung von Überwachungsmessungen an Talsperren
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2010)
Allgemein strebt man an, Messungen zur Bauwerksüberwachung mit höchster Messgenauigkeit auszuführen. Dabei ist oft nicht klar, welche Genauigkeit des Messergebnisses zur bautechnischen Interpretation erforderlich ist und ob diese erreicht wird. Nur durch die Analyse des Gesamtprozesses lassen sich Fehlerquellen finden und eliminieren, aber auch unnötiger Aufwand – und damit Kosten – vermeiden.

Stauanlagenüberwachung nach DIN 19 700 in Verbindung mit Expertensystemen auf GIS-Basis
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2010)
Stauanlagen stellen im Allgemeinen ein hohes Gefährdungspotenzial für die Unterlieger dar. Daher verlangen die einschlägigen Normen und Genehmigungen mit Recht eine intensive Überwachung und ständige Bewertung des Sicherheitszustandes von Staunlagen.

Beitrag der Landwirtschaft zu diffusen Phosphateinträgen in die Hydrosphäre
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (5/2010)
In Deutschland und in vielen anderen Industriestaaten werden seit Beginn der Nachkriegszeit durch Düngung größere Mengen an Phosphor (P) zugeführt als mit den Ernteprodukten abgefahren. Dies sollte der Sicherung eines hohen Ertragsniveaus dienen. Infolge dieser Überversorgung wurden landwirtschaftlich genutzte Böden, Gewässer und Gewässersedimente mit Phosphaten angereichert. Der vorliegende Beitrag verschafft eine Übersicht über die langfristige Entwicklung des Phosphorüberhanges in der Landwirtschaft Deutschlands und seine Folgen für Böden und Hydrosphäre.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?