Meeresschutz und Schutz der Binnengewässer – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die am 22. Dezember 2000 in Kraft getretene EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) [2] verpflichtet die Mitgliedsstaaten (MS) der Europäischen Gemeinschaft, bis zum Jahr 2015 einen „Guten Zustand“ der Binnen- und Küstengewässer sowie des Grundwassers zu erreichen. Die Richtlinie konkretisiert die entsprechenden Anforderungen sowie die notwendigen fachlichen und organisatorischen Schritte.

Die deutsche Wasserwirtschaftsverwaltung hat in den letzten 10 Jahren einen Systemwechsel vollzogen. Während bis dahin vorrangig die chemischen Belastungen der Gewässer im Vordergrund standen, erfolgt die Bewirtschaftung nun nach einem holistischen Ansatz, das heißt sie bezieht das gesamte Einzugsgebiet ein und betrachtet neben der Chemie alle Belastungen durch menschliche Nutzungen, insbesondere die Gewässerstruktur und die Ökologie der Gewässer. Diese Neuausrichtung durch die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) kam aus Brüssel und setzt sich mit der EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) fort. Die MSRL erfordert eine kumulative Bewertung der landseitigen Belastungen, darüber hinaus aber auch die auf See stattfindenden Auswirkungen menschlicher Aktivitäten, wie Bestandsgefährdung, Beifang und Habitatschädigung durch die Fischerei, oder Verlärmung der Meere, beispielsweise durch die Schifffahrt oder Rammungen und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen. Nachfolgend werden der Stand der Umsetzung beider Richtlinien skizziert und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede diskutiert.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 07-08 / 2010 (August 2010)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Ulrich Irmer
Stefanie Werner
Ulrich Claussen
Dr. Wera Leujak
Dr. Petra Ringeltaube

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Die neuen Umweltqualitätsnormen nach dem Vorschlag der Kommission für eine Richtlinie zur Änderung der Richtlinien 2000/60/EG und 2008/105/EG in Bezug auf prioritäre Stoffe im Bereich der Wasserpolitik
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (3/2013)
Zu den vordringlichen Zielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie1 (WRRL) gehört das Erreichen eines guten chemischen und ökologischen Zustands von Oberflächengewässern und Grundwasserkörpern. Die Richtlinie wird von den Mitgliedstaaten auf der Ebene der Flussgebietseinheiten umgesetzt. Dazu waren die Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2009 Bewirtschaftungspläne für ihre Einzugsgebiete sowie Maßnahmenprogramme für jede Gebietseinheit zu verabschieden. Die Vorgaben der WRRL wurden in Deutschland legislativ durch die Siebte Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz und durch Änderung der Landeswassergesetze umgesetzt. Um das Ziel eines guten chemischen Zustands zu erreichen, müssen Wasserkörper die Umweltqualitätsnormen2 (UQN) einhalten, die auf EU-Ebene als sog. prioritäre und prioritär gefährliche Stoffe festgelegt worden sind3.

Phosphorbelastung von Fließgewässern - Einfluss unterschiedlicher Zielwerte auf die Priorisierung und Kosten von Maßnahmen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2009)
Sehr viele Oberflächenwasserkörper in Deutschland und Europa sind derzeit nicht in einem „guten Zustand“ gemäß WRRL, weil sie eutrophiert und morphologisch beeinträchtigt sind. Welche Immissionsanforderungen sind vor diesem Hintergrund für den Hauptverursacher Phosphor sinnvoll und mit welchen Kosten sind sie verbunden? Welche Rolle spielen dabei Wechselwirkungen mit der Gewässermorphologie?

Ergebnisse der Untersuchung von Oberflächengewässern auf prioritäre und flussgebietsspezifische Schadstoffe
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (3/2011)
Zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie sind Untersuchungen auf prioritäre und flussgebietsspezifische Schadstoffe durchzuführen, um den chemischen und chemisch-ökologischen Zusand der Gewässer zu ermitteln. Die niedersächsischen Untersuchungen werden vorgestellt.

Bemessung mehrdüsiger Einleitungsbauwerke
© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (8/2010)
Oberflächengewässer werden u. a. als Vorfluter genutzt. Zum Großteil sind dies Einleitungen von Kühlwasser aus Kraftwerken oder Industrieansiedlungen, behandelte Abwässer von kommunalen oder industriellen Kläranlagen, Grubenwasser von Bergbauaktivitäten oder auch Konzentrat von Meerwasser-Entsalzungsanlagen – mit entsprechend hoch konzentrierten oder temperierten Abwasserfahnen, meist in Ufer- oder Küstennähe. Beschrieben wird die optimale Auslegung, Ausrichtung und Positionierung mehrdüsiger Einleitungsbauwerke, um Schadstoffakkumulation und Interaktion mit anderen Quellen oder Schutzgütern zu vermeiden.

Die Bewertung der Belastungen des Sees Cerknica durch Stickstoff und Phosphor
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (12/2009)
Der See Cerknica ist ein periodischer See mit einer Oberfläche von 26 km2 und einem Volumen von 80 km3. Die gesamte Umgebung umfasst 270 km2 mit einer Population von 15 000 Einwohnern. In diesem Beitrag werden natürliche und anthropogene Belastungen des Sees mit Stickstoff und Phosphor behandelt. Es wurde festgestellt, dass die größte Belastung aus der Landwirtschaft resultiert, die 85 % des Phosphors und 87 % des Stickstoffs beisteuert. Der Rest kommt von den kommunalen Kläranlagen, wobei die Industrie nur einen unbedeutenden Anteil von 1 % beiträgt.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?