Deponienachsorge – die Österreichische Perspektive

Deponien bedürfen zumeist einer Bewirtschaftung, die sich in Abhängigkeit der eingelagerten Abfälle lange Zeit über das Schüttende erstrecken kann. Im vorliegenden Manuskript werden bestehende Überlegungen und Standpunkte österreichischer Behörden und Deponiebetreiber sowie wissenschaftlicher Einrichtungen zum Thema Deponienachsorge bzw. deren Beendigung zusammengefasst.

Die Ausführungen beziehen sich dabei auf die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe des Österreichischen Wasser und Abfallwirtschaftsverbands (Ö-WAV), die sich unter der Leitung des Erstautors 4 Jahre intensiv mit dieser Thematik beschäftigt hat und im Jahr 2008 ein Positionspapier zum Thema  „konzeptionelle Überlegungen zur Entlassung aus der Deponienachsorge“ verfasst hat. Die Kernaussagen dieses Positionspapiers können wie folgt zusammengefasst werden:
- ein qualitätsgesichertes Monitoringprogramm innerhalb der Nachsorgedauer soll es ermöglichen den Deponiezustand (zukünftig erwartbarer Emissionsverlauf sowie das Restemissionspotential) besser beurteilen zu können;
- in einer ersten Phase der Deponienachsorge sollten aktiv Maßnahmen zur Stabilisierung bzw. Schadstoffentfrachtung gesetzt werden;
- im Anschluss an die Deponienachsorge, die dem Deponiebetreiber obliegt, soll eine durch die öffentliche Hand finanzierte Monitoringphase folgen, in der primär die Immissionen am Standort sowie dessen Nachnutzung überwacht werden;
- Neben der Schadstoffkonzentration von Emissionen sind jedenfalls auch Emissionsfrachten bei der Beurteilung von Deponien miteinzubeziehen.
- Kriterien zur Entlassung aus der Nachsorge sind deponiespezifisch festzulegen bzw. abzuleiten, wobei standortspezifische, deponietechnische und abfallspezifische Faktoren zu berücksichtigen sind.



Copyright: © LGA Bautechnik GmbH
Quelle: 21. Nürnberger Deponieseminar 2010 (Mai 2010)
Seiten: 13
Preis inkl. MwSt.: € 5,00
Autor: Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner
Dipl.-Ing. David Laner

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