Eine Ultraschall-Detektorreuse zur Anzeige von Aalabwanderungen

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) wird in Deutschland aufgrund vielfacher Beeinträchtigungen (z. B. Erwärmung der Ozeane, Fischfang, Erkrankungen und Parasitenbefall) während seines komplexen Entwicklungszyklus zu den gefährdeten Arten gezählt. Eine mögliche Gefahrenquelle sind Querbauwerke, welche die Aale passieren müssen, um von ihren Aufwuchshabitaten der inländischen Flüsse in ihre Laichhabitate in der Sargassosee zu gelangen.

Bei der stromabwärts gerichteten Wanderung in ihre marinen Laichgebiete in der Sargassosee können Aale bei der Passage von Turbinen schwere Schädigungen und tödliche Verletzungen erfahren. Die in diesem Beitrag vorgestellte Detektorreuse soll helfen, ein Aalwanderungsereignis präzise anzuzeigen, damit ein Laufwasserkraftwerk kurzfristig auf einen fischfreundlichen Turbinenbetrieb umgestellt werden kann, um die wandernden Aale vor einer Schädigung zu bewahren. Der Prototyp der Detektorreuse wurde bereits in einem In-situ-Versuch an der Sauer (Luxemburg) erfolgreich getestet. Um die Ausgabesignale der Detektorreuse zuverlässiger interpretieren zu können, sind weitere Versuche geplant, bei denen insbesondere das Verhalten von Aalen in der Reuse untersucht werden soll.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 09 / 2009 (Oktober 2009)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Bernhard Becker
Dipl.-Ing. Sebastian Roger
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf
Dipl.-Ing. Christian Reuter
Ansgar Hehenkamp

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