Klärschlamm – weg vom Acker

Ziel der Reinigung von Abwasser ist es, die mitgeführten Schmutzstoffe in ökologisch verträgliche Reststoffe und in abscheidbare Stoffe umzuwandeln. Die dabei anfallenden Rückstände, die sich sowohl aus den Mikroorganismen der biologischen Reinigungsstufe, als auch aus sedimentierten und adsorbierten anorganischen Inhaltsstoffen des Abwassers zusammensetzen, werden als Schlamm abgezogen. Durch nachfolgende Behandlungsschritte wird der Schlamm eingedickt und biologisch stabilisiert. Für diese primäre Schlammbehandlung haben sich anaerobe Verfahren (Schlammfaulung) – mit dem Nebeneffekt der Energiegewinnung in Form von Methan – und aerobe Verfahren bewährt.

Klärschlamm der heutigen Zusammensetzung gehört nicht auf den Acker. Soweit dieser Weg überhaupt noch akzeptiert wird, sind hier sehr hohe Qualitätskriterien zu stellen, wie sie u. a. in jüngerer Vergangenheit die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) formuliert hat. Als einzig sichere Alternative stellen sich derzeit lediglich thermische Entsorgungsverfahren dar. Die thermische Schlammentsorgung wird jedoch in erster Linie vom Wassergehalt des Klärschlamms beeinflusst. Klärschlamm ist ab einem Trocknungsgrad von ca. 35 % selbstgängig brennbar. Dieser Wert ist im sicheren Betrieb einer Kläranlage gerade erreichbar. Von einer energetischen Klärschlammverwertung kann dabei aber nicht die Rede sein.



Copyright: © OTH Amberg-Weiden
Quelle: 5. Fachtagung Verfahren & Werkstoffe für die Energietechnik (Juni 2009)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 4,50
Autor: Dr.-Ing. Bergassessor Martin Theodor Steger

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