Evaluierung von 90 Uferrenaturierungsmaßnahmen am Bodensee

Die Ufer vieler mitteleuropäischer Seen sind durch Auffüllungen, Uferbefestigungen, Einbauten oder Ausbaggerungen morphologisch verändert, so dass ihre Biotope und Biozönosen zumindest in der Wasserwechselzone (Eulitoral) nicht als naturnah gelten können. Die negativen Folgen und Begleiterscheinungen des Uferverbaus berühren damit die Gewässerschutzziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, da auch das (See-) Ufer ein Teil des Wasserkörpers ist und bei der Analyse des Risikos, den geforderten guten ökologischen Zustand nicht zu erreichen, berücksichtigt werden muss.

Die Auswertung von 90 Renaturierungsmaßnahmen, die am Bodensee zwischen 1978 und 2007 durchgeführt worden waren, hat ergeben, dass die wasserbaulichen Zielsetzungen (Erosionsschutz, Stabilität der Maßnahmen) weitgehend erfüllt wurden, während ökologische Aspekte (Relief- und Substratwahl, Hinterlandanbindung und Vernetzung, Nutzungseinschränkungen, eigendynamische Entwicklung, naturnahe Biotoptypen, naturnahe Biozönosen bzw. Zielarten u. a.) bereits bei der Planung vernachlässigt wurden. Die bisherige Uferrenaturierungskonzepte bedürfen demnach einer Neuorientierung, die u. a. durch eine stärkere Berücksichtigung naturschutzfachlicher Gesichtspunkte gekennzeichnet ist.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 12 / 2008 (Januar 2009)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Ostendorp

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