Eng am Rohr - Rohrerneuerung im defekten Altrohr

Das ,Tight-in-Pipe' (TIP)-Verfahren von Trakto-Technik ist ein Rohrerneuerungsverfahren, bei dem ein Neurohr in das zu erneuernde Altrohr eingezogen wird, ohne dabei das Altrohr zu zerstören. Das Neurohr liegt dabei eng an der Altrohrwandung.

(09.10.07) Das TIP-Verfahren bedeutet Einzug eines werkseitig hergestellten Neurohres mit langer Nutzungsdauer, geringer Querschnittsverlust, grabenlose Anbindung der Hausanschlüsse, gleichbleibende Qualität unabhängig vom Ort des Einbaus, einsetzbar bei Altrohrzustand III mit Deformationen und Versatzbildung, kurze Bauzeiten und sicherer Rohreinbau. Das Verfahren kommt bei Riss- und Scherbenbildung, Korrosion, Deformationen bis maximal 20 Prozent vom Altrohrquerschnitt, Versatzbildungen bis maximal zwei Zentimeter, Wurzeleinwuchs und Undichtigkeiten zum Einsatz. Bevor mit den Arbeiten begonnen wird, erfolgt eine TV-Inspektion mit Reinigung sowie die Positionsbestimmung der Hausanschlüsse. Gearbeitet wird meist von einer Grube in den Schacht oder auch von Schacht zu Schacht. Nach den Platzverhältnissen richtet sich auch die Baulänge der Kurzrohre, die in Lieferlängen von einem halben bis zwei Meter vorgehalten werden. Aber auch der Langrohreinzug von Grube zu Grube ist möglich.

Verwendet wurden bei einem Projekt in Dortmund Kurzrohre aus Polypropylen PP-HM der Hersteller Egeplast und Schöngen. Die zugelassenen Kurzrohre sind bis DN 600 erhältlich und entsprechen den Normen. Die offene Bauweise barg auch Baurisiken wie der mögliche Einsturz einer zwei Meter hohen Hausmauer. Die hier betroffene Haltung hat eine Länge von 64 Meter und ein Gefälle von fünf Promille. Beim Einsatz in der Dortmunder Hertastraße hat das Kanal-Altrohr aus Steinzeug einen Innendurchmesser von 300 Millimeter, das Neurohr aus Kunststoff einen Außendurchmesser von 292 Millimeter.

Der Ablauf der Sanierung gestaltet sich wie folgt:

Die in dem Schacht installierte Burstlafette Grundoburst 400 S schiebt das QuickLock Gestänge bis in die 64 Meter entfernte Einziehgrube. Das funktioniert schnell und bequem, weil das Gestänge schub- und zugfest eingehängt und nicht zeitaufwändig verschraubt wird. Durch die patentierte Klinkenverbindung ist das Gestänge flexibel und kann einer leicht gekrümmten Trasse folgen. Die Maschinentechnik ist für runde und eckig gemauerte Ein-Meter-Schächte ausgelegt. Der Grundoburst steht auf einer höhenverstellbaren Arbeitsbühne einen Meter über der Schachtsohle und wird gegen die Schachtwandung großflächig abgestützt. Im Einziehschacht oder in der Einziehgrube wird der passende Rollenführungskopf an das eingeschobene Gestänge angeschlossen. Das Neurohr wird in die Hülse geschoben und mit dem Burstfix verspannt. Der Burstfix hält die Rohrmodule während des Einzuges sicher zusammen. Die vorlaufenden Rollen zentrieren die Führungshülse, die das Kreisprofil des Altrohres wieder herstellt, so dass das Neurohr möglichst reibungsfrei folgen kann.

Nach der 2. Rohrlänge ist genügend Platz für die Montage des Rollenwagens, der das Gestänge mittig im Neurohr hält und mit dem Burstfix verbunden ist. Der Burstfix wird mit einer kleinen, tragbaren Hydraulikstation betrieben. Nach jedem Rohreinzug fährt der Rollenwagen auf Knopfdruck bis zum Ende der nächsten Rohrlänge zurück, greift dort automatisch in die Muffe des neu angesetzten Rohres und verspannt den Rohrstrang.

Unternehmen, Behörden + Verbände: Tracto-Technik GmbH
Autorenhinweis: Günter Naujoks, Tracto-Technik GmbH



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Oktober 2007 (Oktober 2007)
Seiten: 1
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Autor: Günter Naujoks

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