Betriebsergebnisse einer Micro-Gasturbine im Deponiegasbetrieb

Micro-Gasturbinen finden seit Ende der 90er Jahre größere Beachtung im Umfeld der kommerziellen Energietechnik. Vor allem im Bereich der Co- und Trigeneration im elektrischen Leistungsbereich unterhalb von 200 kW stellen sie auf Grund ihrer spezifischen Eigenschaften interessante Alternativen zur konventionellen Technik dar.

Während sich erdgasbefeuerte Microturbinen am Markt etabliert haben – bis zum Jahresende 2001 wurden in Europa ca. 180 Anlagen installiert – stellt der Einsatz von Sondergasen bei Micro-Gasturbinen noch die Ausnahme dar. Seit Inkrafttreten des Gesetzes für den Vorrang erneuerbarer Energien (Erneuerbare- Energien-Gesetz EEG) ist es in Deutschland zu einem Boom im Bereich der energetischen Nutzung regenerativer Gase gekommen. Die Biogasnutzung besitzt hieran den mit Abstand größten Anteil. Die im Vergleich zum vorherigen Stromeinspeisegesetz erhöhte, garantierte Vergütung für die ins öffentliche Netz eingespeiste elektrische Energie ermöglicht so auch einen wirtschaftlichen Betrieb von Anlagen im elektrischen Leistungsbereich unterhalb von 200 kW.

Die Micro-Gasturbine stellt hier eine neue Alternative im Vergleich zu der bisher favorisierten motorischen Gasnutzung dar. Erste Anlagen zur Bio- und Deponiegasnutzung wurden 2001 und 2002 erfolgreich realisiert und haben die Möglichkeiten der Micro-Gasturbine im Bereich der Nutzung regenerativer Gase aufgezeigt. Hierzu gehören neben der Strom- und Niedertemperaturwärmeerzeugung auch die Nutzung der schadstoffarmen Abgase zur CO2- Düngung im Gartenbau und zur direkten Trocknung von Grünfutter und Getreide/ WIL02/. Besonders bei abnehmenden Gasmengen und Methangehalten auf Deponien kann der Einsatz von Micro-Gasturbinen eine sinnvolle Alternative zu der bisher eingesetzten Technik sein.



Copyright: © Verlag Abfall aktuell
Quelle: Band 14 - Stilllegung und Nachsorge von Deponien (Februar 2003)
Seiten: 11
Preis: € 0,00
Autor: Dipl.-Ing. Achim Wörsdörfer
Dipl.-Ing. Bernd Willenbrink

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