Wiederverwendung

Handeln, ohne dass Abfälle entstehen, ist ökoeffizient: Werden Abfälle vermieden, sind sie nicht zu entsorgen. Damit wird keine Energie benötigt und es fallen keine Kosten und Emissionen auch klimarelevanter Art an.

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Abfallwirtschaftliche Zeitzeugen: Seit 28 Jahre verschwunden - das Modell SERO

Die Mülltrennung, Sammlung und das Recycling gesammelter Sekundärrohstoffen in der ehemaligen DDR war heutigen Konzepten überlegen. Damals wurden Sekundärrohstoffe erfasst um teure Rohstoff zu sparen, ein volkswirtschaftliches Anliegen. Zudem zahlte der Staat den "Altstoffsammlern" viel Geld für Müll aller Art. Möglich war das damals durch den VEB SERO mit seinem flächendeckenden Netz von Altstoff Annahmestellen.

Verantwortlich für den Aufkauf der sogenannten. Altstoffe war die SERO. SERO ist eine Abkürzung für VEB Kombinat "Sekundär-Rohstofferfassung". In fast jedem Dorf oder Stadtteil existierten Annahmestellen für Altstoffe. Mobile Ankaufstellen, LKW mit Anhänger kamen auch zum Einsatz.

Was die SEROAnnahmestellen alles ankauften und zu welchen Preisen, zeigt die folgendeAuflistung aus dem Jahr 1985.

  • Zeitungen/Zeitschriften/Wellpappe0,30 M/kg
  • gemischte Papier- undPappabfälle; Bücher 0,20 M/kg
  • Schulhefte ohneUmschlag 0,50 M/kg
  • Alttextilien 0,50 M/kg
  • Flaschen (grün) 0,05M/Stück
  • Flaschen (weiß)-ausgewiesene Sorten 0,20 M/Stück
  • Gläser 0,05 M/Stück
  • Gläser - ausgewieseneSorten 0,30 M/Stück
  • Thermoplastabfall ausHaushalten 0,03 M/Flasche
  • Thermoplastabfall ausHaushalten 1,00 M/kg
  • Stahlschrott 0,12 M/kg
  • Gussbruch 0,23 M/kg
  • Aluminiumschrott 1,80M/kg
  • Zink 1,60 M/kg
  • Kupferschrott 2,50M/kg
  • Bleischrott 1,80 M/kg
  • Sprayflaschen 0,10M/Stück
  • Fotofilme 0,05 M/Stück
  • Fixierlösung 0,40 M/Liter,Gramm

Die Plastikflaschenund Sprühdosen aus unserer heutigen gelben Mülltonne waren damals richtigesGeld wert und das trennen, sammeln, abgeben lohnte sich. Das Bügeleisen hätteuns auf dem Schrottplatz Geld gebracht. Stellen wir einmal ein "Sortimentzusammen, das in einem Haushalt anfällt.

  • 0.30 M - 1x KiloZeitungen/ Prospekte
  • 0.40 M - 2x KiloPapier, Pappe
  • 0.15 M - 3xGlasflaschen farbig (z.B. Wein)
  • 0.40 M - 2xGlasflaschen weiß
  • 0.10 M - 2x kleineGläser
  • 0.90 M - 3x große Gläser (Gemüse)
  • 0.15 M - 5xPlastiklaschen (Reinigungsmittel, Getränke ...)
  • 1.00 M - 1x KiloPlastik Müll (Verpackungen)
  • 0.90 M - 0.5x KiloAluverpackung
  • 0.10 M - 1xSprayflasche (Haarspray)

Summe: 4,40 Mark

Als Taschengeld nichtschlecht für ein Kind in der DDR. So richtig lohnte es sich beim straßenweitenSammeln. Kinder gingen von Tür zu Tür und fragen "Haben Sie Altpapier,Gläser oder Flaschen für mich?". Vor allem Rentner gaben den Kindern immerihre gesammelten Altstoffe. Schnell war ein Fahrradanhänger gefüllt und 15 Markin der Hosentasche verschwunden.

Unabhängig von diesenSammelaktionen versuchte die DDR das Müllaufkommen zu verringern, indem derVerpackungsanteil am Produkt aus wirtschaftlichen Gründen minimiert undVerpackungsmaterialien vereinheitlicht wurde. Für den Rückfluss derrecycelbaren Wertstoffe in den Rohstoffkreislauf wurde ein flächendeckendesNetz von Ankaufstellen für Altstoffe durch die SERO aufgebaut. DieZusammenarbeit auf staatlicher Ebene, die Planwirtschaft, brachte in diesemFall das bessere System hervor.

>>> vollständiger Text

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