Trinkwassernotbrunnen – Wasserversorgung in Extremsituationen© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (4/2013)
Die ursprünglich für den Verteidigungsfall konzipierte Trinkwassernotversorgung des Bundes nach dem Wassersicherstellungsgesetz kann auch bei anderen denkbaren Ausfällen in der öffentlichen Wasserversorgung zum Einsatz kommen. Neuere Gefährdungen werden dargestellt, ebenso wie Entwicklung, Konzeption, technische und organisatorische Besonderheiten bei der Umsetzung der Trinkwassernotversorgung sowie die Aspekte zur Wasserqualität.
Echtzeitsteuerung eines Brunnenfelds mithilfe eines Grundwassermodells© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (4/2013)
Dank moderner Mess- und Übertragungssysteme stehen Grundwasserwerken heute Grundwasserdaten in Echtzeit zur Verfügung und können zur modellgestützten Steuerung des Betriebs verwendet werden. Durch die Echzeitmodellierung mit Ensemble- Kalman-Filter ist es möglich, die Prognose von Grundwasserständen - verglichen mit der konventionellen Grundwassermodellierung - deutlich zu verbessern und die Erkenntnisse für die Optimierung von Entnahmen und Zugaben online einzusetzen.
Tracergasdetektionsmethode der Ville de Luxembourg zur Auffindung von Undichtigkeiten im Umfeld von Quellfassungsanlagen der Trinkwasserversorgung© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (4/2013)
Undichtigkeiten im Fassungsbereich von Quellfassungsanlagen sind oft die Hauptursache für bakteriologische Positivbefunde in Quellen. Bisher konnten in diesem Kontext nur aufwendige Tracertests und Bohrungen sowie laufende Beprobungen die präferenziellen Eintragstellen und den Eintragsmechanismus erkunden helfen. Mithilfe der Methode der qualitativen Tracergasdetektion wurden durch den Service des Eaux der Ville de Luxembourg erstmals Tests zum flächigen Aufspüren von Undichtigkeiten mittels Formiergas durchgeführt.
Ressourcenmanagement: Thermische Grundwassernutzung in Ballungsgebieten© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (2/2013)
Ab einer Tiefe von wenigen Metern weist Grundwasser in Mitteleuropa i. d. R. nahezu konstante Temperaturen von etwa 10 °C auf. Zudem ist Wasser generell aufgrund seiner hohen spezifischen Wärmekapazität
und seiner guten Transportierbarkeit ein idealer Träger gespeicherter thermischer Energie. Somit lässt sich Grundwasser, wenn es am Standort in ausreichender Menge verfügbar und gewinnbar ist, zum Heizen (mittels Wärmepumpen), zum Kühlen sowie zum Speichern von Wärme und
Kälte nutzen [1].
Mathematisches Modell Trinkwasserbedarf© Oldenbourg Industrieverlag (2/2013)
Das mathematische Modell ist Bestandteil eines Visual Basic Computer-Programms. Es geht davon aus, dass die Gesamtheit eines Trinkwasser-Tagesbedarfs sich stets aus einer Vielzahl von Einzelentnahmen zusammensetzt und durch Simulationen unter Berücksichtigung von gewichteten Wahrscheinlichkeiten bestimmt werden kann. Alle rechnerischen auf der Basis von Messdaten zufällig ermittelten Wasserentnahmen werden so lange aufsummiert bis der vorgegebene Wasserbedarf als Zielgröße erreicht ist. Durch eine anschließende Transformation und Zusammenstellung wird eine Datei gebildet, die in ihrer Struktur identisch mit einer Messdaten erfassung bei Verwendung eines Datenloggers ist. Zur abschließenden Ermittlung der gesuchten Daten wie Ganglinien, Spitzendurchflüsse, Häufigkeitsverteilungen, Stillstände, Mittelpunkte der Haupteinsatzbereiche und Druckverluste in Wasserzählern werden dieselben Analysen im Computer-Programm verwendet, wie sie bereits zur Auswertung von Messdaten existieren. Zahlreiche Anwendungen anhand von Beispielrechnungen und Darstellungen in Grafiken belegen die Funktionalität des Modells. Vergleiche der erhaltenen Ergebnisse und Grafiken mit früher ermittelten Messdaten weisen bemerkenswerte Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen auf. Zur Verfeinerung der Ergebnisse sind statistische Ermittlungen von Verbraucherverhalten von Einzelpersonen im Rahmen der zu erwartenden Streubreite eine vordringliche Aufgabe zukünftiger Messprogramme.
Carbon Footprint von Wasserversorgungsunternehmen - Entwicklung und Erprobung einer Bilanzierungssystematik© Oldenbourg Industrieverlag (2/2013)
Im Hinblick auf die nationalen Klimaschutzziele sind auch die Unternehmen der Wasserwirtschaft daran interessiert, die Treibhausgasemissionen ihrer Prozesse zu minimieren. Voraussetzung dafür ist, dass diese bekannt sind und den Teilprozessen zuge ordnet werden können, um gezielte Minderungsmaßnahmen ergreifen zu können. Vor diesem Hintergrund wurde ein wissenschaftlich fundierter, ausreichend umfassender und robuster Bilanzierungsansatz für Wasserversorgungsunternehmen entwickelt sowie an bestehenden Versorgungssystemen angewandt. Die Bilanzierungssystematik basiert sowohl auf internationalen Standards als auch auf einheitlichen branchenspezifischen Festlegungen und Vereinfachungen, die gemeinsam mit den beteiligten Wasserversorgungsunternehmen erarbeitet und angewendet wurden. Die Pilotanwendung mit drei Wasserversorgern zeigte eine gute Übereinstimmung des Carbon Footprint auf Unternehmensebene (top-down-Ansatz) und auf Wasserwerksebene (bottom-up). Wichtigste Steuerungsgrößen sind neben dem eingesetzten Strommix (Anteil erneuerbarer Energien) das energetisch-optimierte Prozessdesign und die eingesetzten Aufbereitungsstoffe.
Neubau einer Trinkwasserbehälteranlage in Bochum© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (2/2013)
Auch für einen Energie- und Wasserversorger gehört der Neubau einer Trinkwasserbehälteranlage, bestehend aus zwei Trinkwasserbehälterkammern und moderner Anlagetechnik, nicht gerade zum Arbeitsalltag. Die Stadtwerke Bochum machten es sich zur Aufgabe, einen Teil der Bochumer Wasserversorgung auf den neusten Stand zu bringen, Ersatzversorgung für die Bauzeit zu schaffen und historische Teile der Wasserversorgungsgeschichte zu erhalten.
Entwicklung von Kornaktivkohlen zur Entfernung von Spurenstoffen höherer Polarität© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (2/2013)
Bei der Trinkwasseraufbereitung stellt die wachsende Zahl in der aquatischen Umwelt nachweisbarer Stoffgruppen und Verbindungen mit höherer Polarität eine besondere Herausforderung dar. Für solche Stoffe besitzen die handelsüblich verfügbaren Aktivkohlen zur Wasserbehandlung keine ausreichende Affinität, sodass die Aufgabe in der Entwicklung geeigneter Produkte besteht. Am DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) werden neu entwickelte Produkte auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis getestet und bewertet. Über erste erfolgversprechende Ergebnisse wird nachfolgend am Beispiel der adsorptiven Entfernung von Arzneimitteln berichtet.
Europas langer Weg zur neuen Normengeneration für Trinkwasser-Installationen© wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH (2/2013)
23 Jahre hat es bis zur endgültigen Veröffentlichung der beiden neuen Normenreihen EN 806 und DIN 1988 „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen“ gedauert. Dieser Weg wird im Folgenden aufgezeigt und die bisherige und zukünftige Umsetzung der Normen in die Praxis erläutert.