Samstag, 11.09.2010
Bald Versorgungsengpässe beim Öl?
Daten der Energieagentur unter Manipulationsverdacht.
Der neue Weltenergiereport (World- Energy Outlook 2009) der Internationalen Energie-Agentur (IEA) steht unter Manipulationsverdacht. Die britische Tageszeitung »Guardian« hatte am 9. November, einen Tag vor Veröffentlichung der weltweit beachteten Energiebibel, berichtet, dass auf Druck der USA die Daten zur Ölversorgung geschönt worden seien. Das Blatt beruft sich auf einen hohen, namentlich ungenannten Beamten der IEA. Die Welt befinde sich in Wahrheit »sehr viel stärker in der Gefahr, dass die Ölvorräte knapp werden«, heißt es in dem Guardian- Artikel. Aus Angst vor möglichen Panikreaktionen an den Finanzmärkten seien die Daten zur Ölversorgung korrigiert worden. Spielraum zur Manipulation bieten dabei vor allem die kaum nachprüfbaren Schätzungen zukünftiger Ölfunde und Annahmen zum Tempo der langsam zurückgehenden Fördermengen aus älteren Ölfeldern. Der IEAKronzeuge, der im Guardian ausführlich zitiert wird, hält Ölfördermengen von täglich 105 Millionen Barrel, wie sie die Energieagentur prognostiziert, für vollkommen ausgeschlossen. Selbst eine maßvolle Steigerung der Förderung von derzeit 84 Millionen auf zukünftig 90 bis 95 Millionen Barrel würden viele maßgebliche IEA-Leute als »unmöglich « erachten. Aber nur intern. In Sachen Ölpreis sagt der IEA-Report einen langsamen Anstieg auf 190 Dollar je Barrel bis 2030 voraus. Weniger umstritten, aber dafür schockierend ist der Outlook beim Klimawandel. Mit ihrem derzeitigen Energiekurs steuere die Welt auf eine Temperaturerhöhung
von sechs Grad zu, heißt es.
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