Es galt eine Anlage zu entwickeln, mit der der Betreiber sowohl Bioabfälle aus der kommunalen Sammlung als auch biogene Abfälle aus der Lebensmittelindustrie so-wie Kantinen- und Speiseabfälle verarbeiten kann. Das entstehende Biogas ist in der Qualität so zu definieren, dass eine anschließende Aufbereitung zu Bio-Erdgas möglich ist. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Begleitgase Sauerstoff und Stickstoff zu legen. Auf die richtige Art der Entschwefe-lung ist zu achten.
Aus etwa 60.000 Tonnen biologischer Abfälle soll Biogas entstehen, das anschließend weiter zu Bio-Erdgas aufbereitet und in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist wird. Ein Großteil des Bioabfalls stammt aus der kommunalen Sammlung und unterliegt der Bioabfallverordnung. Speise- und Lebensmittelabfälle fallen in der Regel unter die EU-Hygieneverordnung. Damit haben die Abfälle aus den vorgenannten Herkunftsbereichen unterschiedliche Anforderungen an die Art der Hygienisierung/Pasteurisierung. Es wird der Weg aufgezeichnet, wie eine optimierte Anlagenkombination die Abnahmebereitschaft der Gärreste bei der Landwirtschaft und den
Technologiebonus nach EEG sichert. Bei der Betrachtung werden die Betriebskosten durch Hygienisierung/Pasteurisierung und Störstoffentfrachtung nicht außer Acht gelassen.
| Copyright: | © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH | |
| Quelle: | 23. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2011 (April 2011) | |
| Seiten: | 10 | |
| Preis: | € 5,00 | |
| Autor: | Leonhard Unterberg | |
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Bioabfallerfassung/-verwertung nach dem KrWG und der neuen Bioabfall-Verordnung
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH (7/2012)
Am 1.6.2012 ist das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz als Nachfolgegesetz zum Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) in Kraft getreten, welches in den §§ 11,12 KrWG Regelungen zur Entsorgung von Bioabfällen enthält.1 Bereits seit dem 1.5.2012 gilt die neue Bioabfall-Verordnung2, welche die Verwertung von Bioabfällen regelt. Die neue Bioabfall- Verordnung beruht verordnungstechnisch noch auf § 8 Abs. 1 und 2 KrW-/AbfG (ab dem 1.6.2012: § 11 Abs. 2 und 3 KrWG). Hintergrund für die Änderung der Bioabfall- Verordnung war insbesondere der PFT-Skandal, der sich im Jahr 2006 im Sauerland (NRW) ereignet hatte, wo auf
landwirtschaftlich genutzten Flächen ein Klärschlammkomcpost-Gemisch eines privaten Gemischherstellers aufgebracht worden war, welches unter anderem PFT enthielt. Hierdurch wurde insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung massiv gefährdet und die damit verbundenen finanziellen
Folgelasten wirken sich bis heute noch aus.
Biovergärungsanlage Backnang-Neuschöntal
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2012)
Die Anforderungen an die Abfallwirtschaft haben sich in den letzten Jahren vom reinen Entsorgen fortentwickelt zu einer Kreislauf- und Energiewirtschaft. Künftig gilt es auch immer mehr im Abfallbereich, die global knapper werdenden Ressourcen zu schonen und durch Nutzung energetischer Potenziale aus Abfällen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Weiterentwicklung der Trockenvergärungstechnologie innerhalb der Viessmann Gruppe
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2012)
Durch den Erwerb der Schmack Biogas GmbH zu Beginn 2010 konnte der Bereich Biogas innerhalb der Viessmann Group weiter ausgebaut werden. Neben der Firma BIOFerm im Bereich der Trockenvergärung konnten dadurch zusätzliche Kompetenzen im Bereich der Nassvergärung sowie Gasaufbereitung (CARBOTECH GmbH, ebenfalls Viessmann Group) aufgebaut werden. Somit ist man der einzige Komplettanbieter am Biogasmarkt, da durch die Firma ESS auch Blockheizkraftwerke aus dem Hause Viessmann stammen. Durch die Zusammenführung der beiden Kompetenzmarken BIOFerm und Schmack Biogas am Standort Schwandorf ergeben sich vielseitige Vorteile, vor allem für die BIOFerm GmbH.
Einsatz von biologisch abbaubaren Kunststoffen in der Kompostwirtschaft – Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Praxisversuch im Landkreis Bad Dürkheim
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2012)
Für die Entsorgung des Bioabfalls erhielten rund 65.000 Haushalte aus dem Landkreis Bad Dürkheim je zehn Biomülltüten aus dem kompostierbaren BASF-Kunststoff Ecovio® FS. Die in diesen Ecovio®-Tüten gesammelten Bioabfälle wurden im Biokompostwerk zu Kompost verarbeitet. Nach dem Kompostierungsprozess konnten keine Reste der Ecovio®-Folien mehr in der Rotte gefunden werden und sie wurden vollständig biologisch abgebaut. Durch den Einsatz dieser Tüten wurden weder die Kompostqualität noch die Arbeitsabläufe im Biokompostwerk beeinträchtigt. Eine Erhöhung der Sortierreste war nicht festzustellen. Im Rahmen einer Kundenbefragung äußerten sich rund 90 % zufrieden mit dem Einsatz dieser Biomülltüten.
Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel während der zwischengeschalteten aeroben Hydrolyse
© TU Dresden, Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten (9/2011)
In dem DBU geförderten Projekt soll der Einfluss von Sauerstoff auf mittel und schwer abbaubare Verbindungen im Biomüll untersucht werden. Nach einer ersten Vergärung mit kurzer Verweilzeit sind einfach abbaubare Verbindungen in Biogas umgesetzt worden, wohingegen mittel und schwer abbaubare Komponenten übrig bleiben. In einem zweiten Schritt wird der vorfermentierte Inhalt in einem getrennten Fermenter mit Sauerstoff begast. Durch das Einbringen von Sauerstoff werden aerobe Stoffwechselwege aktiviert, durch welche sich mittel und schwer abbaubare Verbindungen wie Cellulose und höhere Fette in niedermolekulare Bruchstücke spalten lassen. Diese werden in einem weiteren Schritt in den ersten oder einen weiteren anaeroben Behälter zurückgeführt.
