Sollten die Grenzwerte für die Abfallverbrennung aus toxikologischer Sicht gesenkt werden?

Die Emission von Schadstoffen aus der Abfallverbrennung steht häufig im Brennpunkt der Medien, der Politik und von Nicht- Regierungsorganisationen oder Bürgerinitiativen. Für viele aus Abfallverbrennungsanlagen emittierte Schadstoffe existieren Grenzwerte, die eine maximale Abgabe von Schadstoffen in die Umwelt regeln. Eine Senkung dieser Grenzwerte wird sowohl von der Politik als auch von der Gesellschaft häufig gefordert und mit möglichen Effekten der Schadstoffemissionen auf Umwelt und Gesundheit begründet.

Grenzwerte gehören zu einem der wichtigsten Instrumentarien des Umwelt- und Gesundheitsschutzes. Grenzwerte für Konzentrationen chemischer Stoffe in den verschiedensten Medien sind national und international definiert. Beispielsweise regeln Grenzwerte maximal tolerierbare Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln in Nahrungsmitteln und Trinkwasser, in der Luft am Arbeitsplatz und für die Emission aus Anlagen in die Umwelt. Bei der Festsetzung von Grenzwerten können zwei grundsätzliche Philosophien unterschieden werden: gesundheits- oder wirkungsbasierte Grenzwerte und vorsorgende Grenzwerte. Gesundheitsbasierende Grenzwerte beruhen auf der Nutzung toxikologischer Daten oder detaillierter Messungen des Schadstoffes in der Umwelt und auch im Menschen sowie validierten Expositionsmodellen. Solche Grenzwerte sollten unter Nutzung der besten wissenschaftlichen Erkenntnisse definiert werden. Gesundheitsbasierende Grenzwerte gelten beispielsweise für den Arbeitsplatz, für Nahrungsmittelzusatzstoffe und teilweise für anthropogene Schadstoffe in der Außenluft.



Copyright: © Veranstaltergemeinschaft Bilitewski-Faulstich-Urban
Quelle: 14. Fachtagung thermische Abfallbehandlung (März 2009)
Seiten: 7
Preis: € 3,50
Autor: Prof. Dr. Wolfgang Dekant

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